Vermehrung

Zucht & Nachzucht

Von der Verpaarung bis zum SchlĂŒpfling

Bei guter Haltung lassen sich Australische Stachelschwanzgeckos regelmĂ€ĂŸig nachziehen. Zucht bedeutet aber Verantwortung – fĂŒr die Gesundheit der Elterntiere ebenso wie fĂŒr die Unterbringung der Jungtiere.

Bitte beachten: Die folgenden Angaben sind Erfahrungs- und Literaturwerte und dienen der Orientierung. Konkrete Temperaturen und ZeitrÀume können je nach Linie und Bedingungen abweichen. Vor der ersten Zucht sollte man sich intensiv einlesen und mit erfahrenen Haltern austauschen.

Geschlechtsunterschiede

Geschlechtsreife MÀnnchen zeigen eine deutliche Hemipenistasche an der Schwanzwurzel (Verdickung hinter der Kloake) und meist ausgeprÀgtere PrÀanalporen. Weibchen wirken an der Schwanzbasis schlanker. Eine sichere Bestimmung gelingt in der Regel erst mit zunehmendem Alter.

Geschlechtsreife

Die Tiere werden mit etwa 2–3 Jahren zuchtreif. Weibchen sollten nicht zu frĂŒh verpaart werden – zu junge oder nicht ausreichend krĂ€ftige Tiere sind anfĂ€lliger fĂŒr Legenot. Eine gute Kondition und ausreichende Kalziumreserven sind Voraussetzung.

Saisonale Stimulation (Ruhephase)

Als Bewohner eines Lebensraums mit ausgeprĂ€gten Jahreszeiten reagieren die Geckos auf saisonale Reize. Zur Zuchtvorbereitung wird hĂ€ufig eine kĂŒhlere und trockenere Ruhephase ĂŒber einige Wochen eingelegt: verkĂŒrzte Beleuchtung, abgesenkte Temperaturen und reduziertes SprĂŒhen. Anschließend werden TageslĂ€nge, WĂ€rme und Feuchtigkeit wieder erhöht, was die Paarungsbereitschaft anregt. Dies ist keine echte „Winterruhe“ wie bei europĂ€ischen Reptilien, sondern eine gemĂ€ĂŸigte Ruhephase.

Verpaarung & Eiablage

  • Nach erfolgreicher Paarung legen Weibchen in der Saison regelmĂ€ĂŸig Gelege – typischerweise 2 Eier pro Gelege, im Abstand von rund drei Wochen, ĂŒber mehrere Gelege hinweg.
  • Tragende Weibchen erkennt man am verdickten Bauch; kurz vor der Ablage erfolgt oft eine Vorlege-HĂ€utung.
  • Als Ablageplatz dient eine feuchte Legebox (z. B. mit leicht feuchtem Sand-Torf- oder Sand-Erde-Gemisch), in der das Weibchen graben kann.

Wichtig: Legende Weibchen haben einen hohen Kalziumbedarf. Eine dauerhaft verfĂŒgbare Kalziumquelle (Sepia) beugt Legenot und Mangel vor.

Inkubation

Die Eier werden vorsichtig – ohne sie zu drehen – in ein Inkubationssubstrat (z. B. Vermiculit oder Perlite, leicht feucht) umgebettet und im Inkubator gezeitigt:

GelegegrĂ¶ĂŸe
meist 2 Eier, mehrere Gelege pro Saison
Inkubationstemperatur
Orientierung ca. 26–29 °C
Luftfeuchte
hoch, ca. 60–80 %
Dauer
je nach Temperatur mehrere Wochen bis wenige Monate

Aufzucht der SchlĂŒpflinge

  • Jungtiere werden einzeln oder in sehr kleinen Gruppen in kleinen, gut strukturierten BehĂ€ltern aufgezogen.
  • Erstversorgung mit kleinen Futterinsekten, konsequent mit Kalzium bestĂ€ubt.
  • Wichtig sind engmaschige Kontrolle von HĂ€utung, Gewicht und Nahrungsaufnahme.
  • Jungtiere sollten erst in erfahrene bzw. gut vorbereitete HĂ€nde abgegeben werden.

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